13. Februar 2026

Politik trifft Praxis: Tina Fischer und Marcel Penquitt im Reaktor.Wildau

Wenn Realität auf Politik trifft: Tina Fischer und Marcel Penquitt im Reaktor.Wildau

Manchmal entstehen die wichtigsten Gespräche nicht in Ministerien oder Tagungsräumen, sondern dort, wo echte Gründer auf echte Probleme treffen. Am Freitag verwandelte sich der Reaktor.Wildau in einen Ort des ungeschminkten Austauschs zwischen Politik und Praxis – mit Erkenntnissen, die weit über Brandenburg hinausreichen.

Tina Fischer und Marcel Penquitt brachten nicht nur ihre politische Expertise mit, sondern vor allem offene Ohren für die Herausforderungen, die unsere Startups täglich meistern müssen. Was dabei entstand, war mehr als ein Netzwerk-Event: Es war eine ehrliche Bestandsaufnahme der deutschen Startup-Landschaft.

Wenn Praxis auf Politik trifft: Zwei Gründer, zwei Realitäten

Stephan von Boomerent: Neue Kontakte, neue Perspektiven

Stephan präsentierte sein Boomerent-Konzept und erlebte live, was Netzwerken bedeutet. Sofort entstanden Kontakte nach Wildau zur örtlichen Wohnungsgenossenschaft und zum entsprechenden Verband. Diese direkten Verbindungen eröffneten völlig neue Perspektiven auf Mietspiegel und Mietpreisbremse.

Seine Erkenntnis: „Der Reaktor.Wildau ist ein großer Hafen – man kann aussteigen und mitnehmen, was man braucht.“ Die Hands-on-Mentalität unseres Ökosystems ermöglicht es Gründern, schnell von der Idee zur Umsetzung zu kommen.

Ines von DECD Health: Der harte Weg zur Realität

Mit über 35 Jahren Erfahrung in Patientenschulungen kennt Ines die Gesundheitsbranche von innen. Ihre brutale Wahrheit: „Alle finden es toll, ABER keiner will für diese Gesundheitsleistung zahlen – keiner fühlt sich verantwortlich.“

Der Reaktor hat Ines aufgefangen und dabei geholfen, ihr Produkt vom B2B-Ansatz zu einem direkten Lifestyle-Produkt für Patienten und Angehörige zu entwickeln. Ein Social Media Relaunch startet – manchmal ist der Pivot der entscheidende Schritt.

Das Förderungs-Dilemma: Wenn Theorie auf Startup-Realität trifft

Die schmerzhafte Wahrheit

Ines‘ Erfahrung mit Förderungen offenbarte ein systemisches Problem: Was bei anderen öffentlichen Projekten normal ist – mehr Zeit und Geld – funktioniert bei Startups nicht. „Wir müssen liefern, obwohl wir selbst ein Risiko eingehen.“

Besonders schmerzhaft: Plötzliche Rückzahlungsforderungen können Startups in die Insolvenz treiben. Starke Vorgaben, die kaum einzuhalten sind, ohne Raum für die Individualität, die Innovation braucht.

Der Teufelskreis der Bürokratie

Die Diskussion zeigte: Zu starre Förderungen schrecken potenzielle Gründer ab. Bei Startups ist die Schaffung von Arbeitsplätzen nie garantiert – das unternehmerische Risiko gehört dazu.

Konkrete Probleme:

  • Dokumentationspflichten bei Förderanträgen verschlingen wertvolle Zeit
  • Startups brauchen genauere, verständlichere Informationen von Anfang an
  • Förderberater müssen die Startup-Realität verstehen

Die gesellschaftliche Dimension: Warum wir über Scheitern reden müssen

Die Empörungsgesellschaft

Ein zentraler Punkt der Diskussion: Deutschland ist zur Empörungsgesellschaft geworden. Die Öffentlichkeit sucht den Schuldigen, wenn Gelder „versenkt“ wurden und nicht zurückgeholt werden können.

Die harte Wahrheit: Wer Startups ansiedeln will, muss wissen und erlauben, dass sie scheitern können. Steuerzahler tragen das Risiko, können aber nicht gewinnen – ein strukturelles Problem der deutschen Finanzierungskultur.

Aufklärung statt Empörung

Die Gesellschaft muss verstehen, warum Steuergelder als Förderungen für Startups berechtigt sind. Innovation braucht Risikobereitschaft – auch von der öffentlichen Hand.

Lösungsansätze: Erfahrung schlägt Schreibtischwissen

Neue Fördermodelle denken

Business Angels und Staat gemeinsam: 50/50 ins Risiko gehen, aber auch gemeinsam gewinnen können. Dieser Ansatz könnte die Lösung für das strukturelle Problem sein.

Mehr Flexibilität, mehr Individualität: Förderungen müssen an die Startup-Realität angepasst werden, nicht umgekehrt.

Vernetzung als Schlüssel

Einzelne Förderakteure miteinander verbinden. Über Karten und Visualisierung zeigen, wo Verzahnung möglich ist.

Die TH Wildau fördert Startups, der Reaktor verbindet Wissenschaft und Unternehmertum. Diese Brücke zwischen Forschung und Praxis ist entscheidend.

Bildung als Grundlage: Unternehmertum in die Köpfe

Früh anfangen

Unternehmertum muss in die Köpfe von Schüler und Schülerinnen – Berufsorientierung sollte auch das Gründen als Option vermitteln. Nicht jede:r muss Angestellte:r werden.

Mut nach vorn schauen, nach vorn investieren – diese Mentalität braucht Deutschland, um innovativ zu bleiben.

Was dieser Morgen für Brandenburg bedeutet

Der Reaktor.Wildau als Modell

Unser Ansatz zeigt: Wenn Politik und Praxis aufeinandertreffen, entstehen konkrete Lösungen. Tina Fischer und Marcel Penquitt haben nicht nur zugehört, sondern echte Startup-Realität erlebt.

Die direkte Verbindung zwischen Gründern und Entscheidern schafft Verständnis für die täglichen Herausforderungen. Aus abstrakten Förderprogrammen werden konkrete Unterstützungsmaßnahmen.

Hands-on statt Bürokratie

Stephans Begeisterung für unsere „Hands-on-Mentalität“ zeigt, was Gründer brauchen: Pragmatische Lösungen statt komplizierte Prozesse. Den Hafen nutzen und mitnehmen, was man braucht.

Die nächsten Schritte: Von der Erkenntnis zur Umsetzung

Konkrete Verbesserungen

  1. Förderberatung optimieren: Verständliche Kommunikation statt Fachdeutsch
  2. Flexibilität erhöhen: Individuelle Lösungen statt starrer Vorgaben
  3. Risikokultur entwickeln: Gesellschaftliche Aufklärung über Innovation
  4. Vernetzung stärken: Akteure systematisch miteinander verbinden

Der Reaktor.Wildau als Katalysator

Wir zeigen, wie es funktioniert: Wissenschaft und Unternehmertum verbinden, Theorie und Praxis zusammenbringen, Gründer und Politik ins Gespräch bringen.

Dieser Austausch bewies: Die besten Lösungen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern dort, wo echte Unternehmer auf echte Unterstützer treffen.

Ausblick: Mut nach vorn

Die Diskussion mit Tina Fischer und Marcel Penquitt hat gezeigt: Deutschland braucht mehr Mut für Innovation. Sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft.

Der Reaktor.Wildau steht für diesen Mut. Wir entwickeln nicht nur Startups, sondern auch das Verständnis dafür, warum Innovation Risikobereitschaft braucht.

Du hast eine innovative Idee und suchst nach einem Umfeld, das Theorie und Praxis verbindet? Dann bewirb dich für unseren nächsten Batch. Im Reaktor.Wildau bringen wir Gründer, Politik und Wissenschaft zusammen – für Lösungen, die wirklich funktionieren.

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