26 - 30. Januar 2026

Was passiert, wenn man als Accelerator mit drei Startups für eine Woche nach Mallorca fliegt? Man merkt ziemlich schnell: Es geht nicht um den Ort. Es geht darum, wie man die Zeit nutzt.
Fünf Tage zwischen Mittelmeer-Rauschen und Laptop-Tastaturen, zwischen spontanen Gesprächen im verspäteten Flieger und intensiven Business-Reflexionen bei Kaffee und Meerblick. Was als „schöne Woche am Strand“ hätte enden können, wurde zu einer transformativen Erfahrung für alle Beteiligten.
Vier Stunden Verspätung am Berliner Flughafen – normalerweise ein frustrierender Start. Nicht für uns. Das Leben passiert, während wir Pläne machen. Sofort entstanden die ersten wertvollen Gespräche, das Gemeinschaftsgefühl setzte ein und UNO-Regeln wurden hitzig diskutiert.
Die erste Erkenntnis: Nicht alles ist planbar. Aber ziemlich viel nutzbar.
Coworking mit Programm. Arbeiten an Zielen, nicht nur To-dos. Austausch, Sparring, Weiterdenken. Ein kleines Labor für Entrepreneurship, mitten im Alltag – aber fernab der gewohnten Ablenkungen.
All-inclusive war dabei eine strategisch kluge Entscheidung: Kein Orga-Stress, kein „wo essen wir jetzt“, mehr Raum für das, was wichtig ist – Gespräche und gemeinsames Denken.
Am zweiten Tag wurden wir von einem erfahrenen Unternehmerpaar zu einem privaten Frühstück eingeladen – ein Moment voller Offenheit und wertvollen Einsichten aus jahrelanger Praxis. Diese spontane Begegnung wurde zu einer der lehrreichsten Sessions der ganzen Woche.
Das Gespräch drehte sich um fundamentale Fragen des Unternehmertums: Das Geschäftsmodell muss zum Leben passen, nicht umgekehrt. Verschiedene Gesellschaftsformen können Startups neue Möglichkeiten und internationale Grenzen öffnen. Als Unternehmer darf man nicht berechenbar sein – Flexibilität vor Routine ist entscheidend.
Besonders wertvoll war die Erkenntnis, dass „hinter jedem Sales menschlicher Austausch“ steht. Es geht nicht nur um Produkte, sondern um Beziehungen, Vertrauen und authentische Verbindungen. Diese menschliche Komponente im Business eröffnete besonders unseren B2B-Startups neue Perspektiven.
Was als entspannte Session geplant war, wurde zu einer schonungslosen Selbstreflexion. Achim Lankenau, Host des Podcasts „Der Glückliche Unternehmer“, konfrontierte uns mit den gefährlichen Glaubenssätzen des Unternehmertums: „Selbstständig = selbst und ständig“, „Wenn ich nicht da bin, geht etwas schief“ und „Nur harte Arbeit bringt Erfolg“.
„Bin ich beschäftigt oder bewirke ich was?“ Diese Unterscheidung wurde zum Hauptthema der ganzen Workation. Achim zeigte, wie man von Aufgaben-Denken zu Ziel-Denken wechselt und sich dabei selbst operativ überflüssig macht.
Sofort umsetzbare Techniken:
• Energie-Mapping: Aufgaben in „gibt Energie“, „zieht Energie“ und „neutral“ einteilen
• Delegation systematisch angehen: Eigene Stundensätze berechnen und mit Faktor 10 denken
• Glaubenssätze umformulieren und als tägliche Routine praktizieren
Besonders beeindruckend war die generationsübergreifende Wirkung: Unser Schülerpraktikant wollte die Learnings direkt auf seinen Schulalltag anwenden. Wenn Inhalte so klar sind, dass sie über Altersgruppen hinweg wirken, treffen sie einen universellen Nerv.
In entspannter Lobby-Atmosphäre entstanden manche der wertvollsten Gespräche über die wahren Probleme von Startups. Die Erkenntnis war überraschend: „Es ist nicht das Tool bzw. die Technik – Startups kennen ihre Zielgruppe nicht. Das löst ein Tool nicht.“
Die entscheidenden Fragen wurden systematisch durchgegangen: Wer ist die Zielgruppe genau? Wie identifiziert und erreicht man sie? Was ist der richtige Touchpoint und welches Problem wird wirklich gelöst?
Praktische Umsetzung: Keine Angst vor intensiver Kommunikation. Aufmerksamkeit durch konsequente, aber charmante Ansprache erregen. Fokusgruppen aktiv einbeziehen, Webinare nutzen und Kunden mitgestalten lassen. Empfehlungsrate als KPI etablieren und Mund-zu-Mund-Propaganda systematisch fördern.
B2B versus B2C richtig angehen: B2B erfordert Netzwerken und detailliertes Zielgruppenwissen, B2C funktioniert mit weniger Detailwissen, aber mehr Streuung über E-Mail Marketing und gepflegte CRM-Systeme.
Praktischer Rat: Es muss am Anfang nicht alles effizient sein, sondern funktionieren. Den Kaufprozess durchspielen, verschiedene Customer Journey-Versionen testen und wirklich verstehen, wie Kunden entscheiden.
Intensive Workations bringen nicht nur Klarheit, sondern auch Momente der Überforderung. Wichtige Erkenntnis: Zwischendurch braucht es bewusste Pausen. Atmen. Runterfahren. Wiederkommen.
Was diese Tage besonders machte, war die Energie zwischen uns Menschen. Wie unterschiedlich wir waren. Wie divers. Wie viel wir voneinander lernen können, wenn wir wirklich zuhören.
Die Workation zeigte, wie kraftvoll Zusammenarbeit sein kann, wenn Menschen sich nicht gegenseitig ausbrennen, sondern stärken. Ein Raum, in dem Unterschiedlichkeit kein Risiko ist, sondern ein Vorteil.
Reyo arbeitete an der Schärfung ihrer B2B-Kommunikation, entwickelte klarere Zielgruppen-Definitionen, baute das Tool aus und trägt das eigene Branding mit stolz.
Arewa Health nutzte die Zeit für strategische Reflexionen zur internationalen Expansion und kulturellen Anpassungen ihrer App.
Recarbox durchdachte Produktions- und Vertriebsprozesse und bereitete wichtige Geschäftsentscheidungen systematisch vor.
„Das war nicht nur Offsite. Das war Arbeit am Denken.“ In der entspannten Mallorca-Atmosphäre, fernab des Alltagsstresses, entstanden Gespräche und Reflexionen, die im normalen Business-Wahnsinn untergehen.
Mindset entscheidet: „Egal ob du glaubst, du schaffst es oder du schaffst es nicht – du hast immer Recht.“
Die Erfolgsformel:
• Klarheit ist der Schlüssel – ohne klare Ziele kein Fokus
• Menschen suchen Aufgaben, keine Jobs – Soft Skills vor Hard Skills
• „Machen ist wie wollen, nur krasser“ – konsequent dranbleiben
• Joint Ventures als Alternative zu Geld, wenn Budgets knapp sind
Diese fünf Tage haben bewiesen: Workations sind nicht Urlaub mit Laptop, sondern Intensiv-Sessions für strategische Entwicklung. Fernab der täglichen Ablenkungen entstehen Räume für tiefgehende Reflexion über Geschäftsmodelle, strategische Team-Gespräche ohne Zeitdruck, persönliche Entwicklung der Gründer und Stärkung der Community-Bindungen.
„Auch wenn das Wetter nicht perfekt war – der Fokus war es.“ Manchmal braucht es Regen und Wind, um nach drinnen zu gehen und die wichtigen Gespräche zu führen.
Diese Workation zeigt unser erweitertes Konzept: Wir entwickeln nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch die Menschen dahinter. Wir sind ein Accelerator für Startups, die nicht nur wachsen wollen, sondern gemeinsam besser werden.
„Entwicklung passiert oft dann, wenn man sich bewusst Zeit nimmt, dranbleibt und gemeinsam denkt.“ Die Workation bewies: Die besten Business-Entscheidungen entstehen nicht unter Stress, sondern in Räumen bewusster Reflexion.
Die Rückreise war geprägt von konkreten Plänen, neuen Erkenntnissen und der gemeinsamen Gewissheit: So entstehen nicht nur erfolgreiche Unternehmen, sondern auch erfüllte Unternehmer.
Suchst du nach einem Accelerator, der nicht nur dein Startup, sondern auch deine Führungsqualitäten entwickelt? Dann bewirb dich für unseren nächsten Batch. Im Reaktor.Wildau arbeiten wir an Geschäftsmodellen und Persönlichkeitsentwicklung – manchmal sogar unter mediterraner Sonne

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